| Mohrenbrunnen von Möhringen |
|
Viele Gäste fragen immer wieder, ob zwischen der Möhrin
auf dem Brunnen und Möhringen eine Verbindung besteht. Nur wenige Bürger sind in der Lage, diese Frage zu beantworten. Auch das Heimatbuch kann keine zufriedenstellende Auskunft geben. In den Ratsprotokollen des 18. Jahrhundert ist immer wieder von einem sandsteinernen Stadtbrunnen in der Mittelgassse die Rede. Dieser Brunnen gab häufig Anlaß zu Zwistigkeiten zwischen der Stadtverwaltung und den Waschweibern, die gar zu gerne Kraut und Windeln darin wuschen. Schließlich wude der Brunnen altershalber defekt; er bekam einen Riss aus dem das Wasser floß; trotzdem wurde das Waschverbot nicht beachtet. Im Jahre 1714 mußte die Stadtverwaltung zu einem drastischen Mittel gegen die zähen Waschweiber greifen. Die Kübel und Gelten der unrechtmäßiß waschenden Weiber durften ohne Schaden und Nachteil zerschlagen werden. Ein lockender Anreiz für böse Buben. Die Verwaltung kam nicht umhin, einen neuen Brunnen zu erstellen. Die Möhringer Bürger gruben Auf Linden nach Bohnerz. Bohnerze entstanden in der Festlandperiode vor ca. 50 Millionen Jahren. Es sind kugelartige Knollen, meistens im Lehmboden, die ausgewaschen weden müssen. Wer auf dem Trimm-Dich-Pfad weiter wandelt, kann feststellen, das sich ca. 50 Meter bevor der Pfad in die Kühltalstraße mündet, sich Vertiefungen im Walde befinden (aus denen heute Bäume wachsen). An diesen Stellen wurde nach Bohnerz gegraben. Außer dem neuen gußeisernen Brunnen wollten die Räte der Stadt diesen mit einer Brunnenfigur zieren. Anscheinend gefiel ihnen das von Kaiser Friedrich III im Jahre 1470 verliehenen Wappen, ein halbes Mohrenbild ohne Fuß und Arm in weiß bekleidet und auf dem Haupte eine güldene Krone, nicht mehr. Trotz behördlicher Aufklärung ließen sie eine Möhrin als Brunnenfigur anfertigen. 1935 wurde die Möhrin vom Mittelgassenbrunnen auf den heutigen Standort versetzt. Wie dem auch sei. Nach Ansicht der Möhringer sollte auf dem Brunnen ein blonder Alemanne stehen, so der allemannische Edling Mero als Stammvater von Möhringen, dann würde sich unser altes Städtchen wie ehemals Meringen nennen. |
![]() ![]() |